OP-Tag und der Tag danach

06.09.2017…. 2 Tage ist es nun also her, dass ich operiert wurde.

Es sollte ein sogenannter „Mini-Magenbypass“ werden, daraus wurde aber leider nichts. Aber ich fange mal an Tag 1 an….

04.09.2017
Ich habe mich pünktlich um 07:00 Uhr auf der Station gemeldet. Nach meiner Wartezeit, weil natürlich kein Platz für mich frei war, bekam ich vorerst ein „Vorbereitungszimmer“. Das Schätzchen beinhaltete, außer einer kaputten Decke, nur ein Bett und einen Tisch. Das war es.

Ich wurde dann pünktlich um kurz vor 12:00 Uhr von den Schwestern Richtung OP gebracht. Während ich in der Einleitung von direkt zwei Personen mit Vigo-Zungangsversuchen geärgert wurde, ist mein zukünftiger Bett-Nachbar gerade Richtung Aufwachraum geschoben worden.

Ich durfte dann in den OP gehen, legte mich auf den OP-Tisch, mein behandelnder Oberarzt fixierte mich, da ich eine leicht aufrechte Position während der OP gehabt habe und dann kam die Anästhesistin und lies mich direkt mit 400 mg Propofol einschlafen.

Als nächstes war ich dann wieder im Aufwachraum. Ich hatte kaum die Augen auf, da durchzog mein Körper ein stechender Schmerz und ein Druckgefühl auf dem Brustkorb, dass ich dachte, ich hätte einen Herzinfarkt. Dem war natürlich nicht so. Es handelte sich dabei anscheinend um das in den Bauchraum eingeleitete Gas, was diesen widerlichen Druck im Bauch und Brustkorb ausübte. Nachdem ich merkte, dass mir unheimlich schlecht wurde, habe ich durch meine Schlafapnoemaske versucht der Schwester mitzuteilen, dass mir schlecht ist. Sie hat es dann allerdings auch an den Würgegeräuschen erkannt und rannte los um mir einen Tropf anzuhängen.

Der Tag verlief solala. Mein permanentes Verlangen unbedingt wach zu bleiben war mit dem Anästhetikum nicht unbedingt vereinbar. Ich bin zum Glück nicht auf die Intensivstation gekommen sondern direkt in mein Zimmer. Hier besuchte mich auch später mein Bruder, den ich allerdings nach einer Zeit wieder nach Hause schickte. Was sollte er auch bei mir? Ich bin schließlich immer wieder eingeschlafen.

Gegen frühen Abend kam dann nochmal der Chefarzt nach mir schauen. Sein ernstes Gesicht beunruhigte mich ein wenig. Nachdem ich mit halb vernebeltem Verstand nachfragte, ob alles OK sei, meinte dieser nur, dass es kein Bypass geworden sei, er hat mit Mühe und Not den Schlauchmagen hinbekommen. Ich fragte natürlich nach, weswegen denn der Bypass nicht machbar gewesen sei, worauf ich als Antwort bekam: „Ihr Bauchraum sah aus wie ein kollabiertes Zirkuszelt.“
Das war eine Aussage…. Ich schlief danach dennoch recht schnell wieder ein und habe trotz meines vorherigen Bett-Nachbarn, der die ganze Nacht TV schaute, mehr schlecht wie recht aber dennoch irgendwie geschlafen.

05.09.2017
Mir ging es, nachdem die Nacht durch meinen doch sehr unruhigen Bett-Nachbarn sehr kurz war, nicht sonderlich gut. Mir schmerzte nun der Bauch, der Druck auf dem Brustkorb war noch ein Stück schlimmer und dazu kamen noch fiese Rückenschmerzen durch die permanente Rückenlage.

Als das Frühstück von der sehr netten Stationshilfe gebracht wurde, habe ich nach dem Geruchstest direkt abgewunken. Es gab Brühe…. Und was für eine! Ich dachte, dass dort ein Tier drin verendet ist. Da es dies auch am Mittag und am Abend gab, habe ich den Tag nichts „gegessen“, was mir auch nicht schwer fiel, da ich eh keinen Hunger hatte.

Am späten Nachmittag hatte ich versucht meinen restlichen Pfefferminztee zu trinken. Eine halbe Tasse in einer halben Stunde! Nein, sogar diese Geschwindigkeit war zu schnell. Als ich merkte, dass ich den Tee gleich wiedersehe, sagte ich meinem Bettnachbarn, dass dieser doch bitte der Schwester Bescheid sagen soll. Dann ging es auch schon los…. Ich möchte nur am Rand erwähnen, dass Galle brechen bei einem frisch operierten Magen die reinste Hölle ist. Ich hatte danach solche Schmerzen, dass dies mein persönlicher Tiefpunkt war, was ich meinem Bettnachbarn auch mitteilte. Dieser hatte sich sehr gut um mich gekümmert, als die doch recht lahmarschige Schwester ganz in Ruhe erstmal einen Tropf fertig machte und ich zwischenzeitlich dachte, dass sich mein Magen selbstständig gemacht hat.

Der Abend verlief ruhig. Wir haben noch nette Zimmernachbarinnen kennengelernt, die ebenfalls am 04.09.2017 operiert worden sind. Danach folge noch ein wenig TV und dann ging es zu Bett. Ich war froh, dass dieser Tag vorüber war und ich langsam wieder Ruhe mit meinem Magen hatte.

Ein Gedanke zu „OP-Tag und der Tag danach“

  1. Hallo Ingo das ist so schön geschrieben es gefällt mir sehr gut ich habe sehr gelacht über deine Suppe mit dem toten Tier genau so hat sie geschmeckt und so hat sie auch gerochen??

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